Billardfreunde Neuburg e.V.

Billardfreunde Neuburg an der Donau e.V.

Berichte aus der Neuburger Rundschau

Ein Queue und drei Kugeln auf grünem Filz

Die Billardfreunde Neuburg feiern ihren 50. Geburtstag am Samstag mit einem Tag der offenen Tür

Neuburg (mad). Das Queue stößt die weiße Kugel, diese trifft über Bande die zweite weiße Kugel um dann, nach zwei weiteren Bandenberührungen auch noch die rote Kugel zu stupsen. Das Ganze nennt sich Drei-Banden-Billard und wird bei den Billardfreunden Neuburg mit viel Elan praktiziert. Am Samstag feiern sie in ihrem Vereinsheim im Sportheim Neuburg-Ried ihren 50. Geburtstag und laden die Öffentlichkeit dazu ein.

Bis aus Bensheim an der Weinstraße kommen die Wettkämpfer, die sich in freien Spielen mit den Neuburger Billard-Fans messen werden, außerdem sind Mannschaften aus Ingolstadt, Pfaffenhofen und Siegenburg zu Gast. Dabei wird es sicherlich auch den einen oder anderen Kunststoß zu sehen geben. Ab 14 Uhr stellen sich die Billardfreunde Neuburg/Donau e.V. der Öffentlichkeit vor.

Klingt kompliziert - ist es auch

"Dabei können die Besucher natürlich auch selbst probieren und spielen", freut sich erster Vorsitzender Helmut Kumpfe. Seit 1993 leitet er die Geschicke des Vereins. "Ich spiele Billard seit ich denken kann, offiziell bin ich seit 1964 Mitglied." Hauptsächlich beschäftigen sich die etwa 14 aktiven Spieler mit dem Drei-Banden-Billard. Dabei stößt ein Spieler eine weiße Kugel, die eine weitere weiße und eine rote Kugel touchieren und dazwischen mindestens drei Mal die Bande berühren muss. Klingt kompliziert und ist es auch. "Viele Jugendlichen schauen bei uns mal vorbei, verlieren aber schnell den Mut, weiterzuspielen, weil man doch lange und emsig trainieren muss, um das räumliche Vorstellungsvermögen und das Gefühl für die vielen unterschiedlichen Stöße zu erhalten."

Am Samstag bietet sich die Möglichkeit, das Drei-Banden-Billard, aber auch Carambol - dabei muss der Spieler ebenfalls mit seiner Stoßkugel zwei weitere Kugeln nacheinander treffen, allerdings dieses Mal ohne die Bande - kennen zu lernen. Für das leibliche Wohl ist mit Getränken sowie Kaffee und Kuchen gesorgt. Der Tag der offenen Tür der Billardfreunde Neuburg findet am Samstag, 25. September, zwischen 14 und 18 Uhr statt.

Bildergalerie

Karambolagen erwünscht

Billardfreunde feiern ihr 50-jähriges Vereinsjubiläum

Neuburg (mad).

Seit 50 Jahren frönen die Freude des Bandenbillards diesem Sport in Neuburg. Ein Sport, der viel Gefühl, eine Portion räumliches Vorstellungsvermögen und einen fast schon künstlerischen Umgang mit dem Queue benötigt. Am Samstag feierte der Verein mit einem Tag der offenen Tür im Vereinsheim in Ried diesen runden Geburtstag.

"Das wird nix, er müsste sie weiter links anspielen.""Rot liegt günstig über zwei Banden." Zuschauen und Fachsimpeln gehörte beim Tag der offenen Tür der Billardfreunde Neuburg ebenso dazu wie das aktive Spiel mit der roten und den zwei weißen Kugeln. Am Samstag öffneten die Mitglieder um den ersten Vorsitzenden Helmut Kumpfe ihre Billardtische einem breiten Publikum, erklärten bereitwillig die Unterschiede zwischen Carambol und Drei-Banden-Billard und ließen auch die absoluten Laien an die Queues.

Daneben hatten die Neuburger Billardspieler Vertreter aus Bensheim an der Weinstraße, Ingolstadt, Siegenburg und Pfaffenhofen eingeladen, mit denen sich die heimischen Spieler in Freundschaftsspielen maßen. "Wir wollten keinen wirklichen Wettkampftag aus unserer Geburtstagsfeier machen, sondern mit unseren Gästen locker spielen und feiern", erklärte Helmut Kumpfe.

Viele Besucher nutzen den Tag der offenen Tür, um sich Billard näher erklären zu lassen und das Queue auch einmal selbst in die Hand zu nehmen. Beim Drei-Banden-Billard muss der Spieler mit seiner eigenen Stoßkugel eine weitere weiße und eine rote Kugel berühren und dazwischen drei Bandenberührungen schaffen. So lange er dies bewältigt, bleibt er am Zuge und punktet. Die Berührungen sind auch bei der Variante Carambol gefordert, allerdings ohne über die Banden spielen zu müssen. Fingerfertigkeit, ein gutes Auge und räumliches Vorstellungsvermögen ist für das Spiel unabdingbar. "Die vielen verschiedenen Stoßmöglichkeiten muss man wieder und wieder üben."

Erstes "Zuhause" beim Moggl

Helmut Kumpfe trainiert sie seit 1964, so lange ist er schon Mitglied bei den Billardfreunden. Damit ist er aber noch lange nicht das Mitglied, das am längsten dabei ist. Dietmar Riegel schlägt den Vereinsvorsitzenden um fast sechs Jahre, er ist 1958 in den Verein eingetreten. Begonnen hatte alles 1954. Damals gab es in Neuburg nur drei Lokale mit Billardtischen. Da diese Tische meist alt und heruntergekommen waren, entschlossen sich die damaligen Spieler, einen eigenen Club zu gründen.

Das erste eigene Brett schaffte Karl Lanig an und im Gasthaus Moggl fand der Verein ein angenehmes "Zuhause". Schnell musste ein zweiter Tisch, das so genannte Brett, her. Der tolle Gemeinschaftsgeist und die finanzielle Beteiligung der Spieler an den neuen Brettern sorgte schnell für eine rege Vereinstätigkeit, die sich durch sportliche Leistungen genauso auszeichnete wie durch den Gemeinschafts- und Frohsinn der Mitglieder. 1961 traten die Billardfreunde den bayerischen Billardverband bei. Fortan wurden sportliche Erfolge eingefahren, wie beispielsweise die drei Kreismeisterschaften von Reinhold Aumann. Bis in die Bayernliga schaffte es die Mannschaft damals.

Als 1975 das Gasthaus Moggl verkauft wurde, suchte der Verein ein neues Heim, zog zuerst für drei Jahre im Cafe Huber ein, um dann ab 1979 in das Dachgeschoss des Gemeinschaftshauses Ried zu ziehen. Der Ausbau wurde in Eigenregie mit vielen Helfern abgewickelt und so entstand in über 2000 Stunden Eigenleistung aus einem nackten Speicher ein gepflegter Billardraum, in dem heute drei kleine und ein großer Tisch stehen. Neuburgs Oberbürgermeister nutzte den Tag der offenen Tür um einige Stöße auszuführen. "Die Geschichte dieses Spiels reicht 2000 Jahre zurück, die Ägypter kannten es schon. Volkstümlich wurde das Spiel während er französischen Revolution." Hätte er mehr Zeit, gestand Neuburgs Stadtoberhaupt, würde er gerne öfter ein Queue in die Hand nehmen. Für die Jugendarbeit überreichte er der Vereinsführung der Billardfreunde Neuburg ein Geldgeschenk von 200 Euro.